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Meine Pferde

Vorweg, alle Pferde sehe ich als Partner an, weder als Besitz noch als Sportgerät. Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Sklaven und einem Freund? Ich habe diesen Unterschied im Reitsport sehr oft gesehen. Der Unterschied liegt darin, dass der Freund für mich durchs Feuer geht und der Sklave, wenn ich ihn am dringendsten brauche wegläuft und mich in Stich lässt.

Geprägt haben mich viele Pferde, aber keiner so sehr wie der Lusitano Cartucho de Santos Lima

 

Cartucho de Santos Lima

Von uns allen immer als Herr Graf bezeichnet, denn er war ein Pferd von nobelstem Charakter. Er rang jedem der ihn sah größten Respekt ab. Nein nicht weil er gefährlich war, sondern weil er über allen Dingen stand, niemals hätte er etwas getan was unter seiner Würde gewesen wäre. Henstig sein – niemals – er begegnete Stuten immer mit nobler Zurückhaltung. Aus der offenen Box laufen um sich was zu essbares zu beschaffen: wo denken sie hin, er doch nicht, so was tut man nicht als edler Lusitano. Genau so war er und deshalb hat er mich sein Leben lang belehrt.

Reiterlich hoch anspruchsvoll – Temperament ohne Ende – er lehrte mich unendliche Geduld. Geboren war er in Portugal im Gestüt Lima Monteiro. Seine Grundausbildung erhielt er im staatlichen Hengstdepot Fonte Boa. Als er nach Österreich kam, wurde er Wanderreitpferd und der Bequemlichkeit halber im Tölt ausgebildet, was mir erhebliche Schwierigkeiten brachte als ich ihn übernahm, da es sich als nicht einfach heraus stellte seine Gänge wieder rein zu bekommen. Als dies gelungen war trainierte ich ihn mit dem Schwerpunkt berittener Stierkampf (simuliert natürlich) Es folgten viele Auftritte im In und Ausland. Durch ihn wurde ich bekannt er machte mich zu dem was ich heute als Reiter und auch Mensch bin.

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Quadril

Noch zu Lebzeiten Cartuchos suchte ich einen Nachfolger. Immer vergleichend lief ich in Portugal herum, um einen ebenbürtigen Hengst zu finden. Um es kurz zu machen, man sollte niemals vergleichen, 1. wird man nichts Adäquates finden und 2. ist es nicht fair gegenüber dem neuen Pferd. Jedes Lebewesen ist ein Individuum. Und wie mich der Buddhismus schon lehrte: Wenn man loslässt dann geht alles von allein.  So stand er in Portugal plötzlich vor mir. Grau 3 Jahre schüchtern aber veni vidi vici – er hat mich besiegt. Der und kein anderer musste es sein.

Als er in Österreich vom Transporter stieg meinte mein Vater in seiner im eigenen sehr speziellen Ausdrucksweise: „Meinst du nicht vier Augen hätten mehr gesehen als zwei?“ Mann, war ich sauer. Jedoch nach sieben Jahren hat mein Vater seine Meinung revidiert, denn nun….    aber urteilen sie selbst anhand der Bilder. Jeden Tag den er bei mir ist habe ich genossen. Er ist der zweite Teil meiner Seele und das wusste ich als ich ihn das erste Mal sah und so ist es bis heute geblieben. Wenn gleich wohl in der Ausbildung das schwierigste Pferd das ich je hatte. Überaus empfindlich gegenüber den Hilfen, mit leicht überschießenden Reaktionen. Aber immer bemüht, er arbeitet gerne. Wenn ich mit dem Sattel komme läuft er vom Paddock in die Box im sich satteln zu lassen, er wird nur sauer und krätzig wenn man sich mit ihm einmal weniger beschäftigt. Er stammt vom weltberühmten Novilheiro ab. Alle die seine Nachkommen haben sagen dasselbe, schwierig aber genial. So ist er.

Siglavy Basovizza

Ein Lipizzaner in meiner Zeit in der Spanischen. Leider gibt es kein Foto von ihm. Ich habe ihn angeritten als er mit 3 ½ in die Spanische Reitschule kam. Erst hier bemerkten wir, dass er eine asymmetrische Hinterhand hatte. Das rührte daher, dass im seine Mutter aus versehen das Sitzbein brach und dieses schräg weiter unten wieder anwuchs. Es stellte sich zwar als nicht einfach heraus dieses Pferd zu arbeiten, aber mit Geduld gelang es mir seine Muskulatur soweit aufzubauen, dass er später mit mir Vorführungen lief und sich als sehr zuverlässig heraus stellte. Daran sieht man eigentlich wofür die Reitkunst da ist. Gymnastizierung!!! Es ist keine Kunst aus einem ausgezeichneten Pferd ein gutes Reitpferd zu machen, aber aus einem mittelmäßigen ein sehr Gutes,… 

 

 

 
 
 

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